Pflege & Reinigung

Natursteine sind unterschiedlich empfindlich, und die Unterschiede sind größer, als man denkt. Ein Bergkristall übersteht fast alles. Ein Türkis nimmt einem einen einzigen Cremefinger krumm. Auf dieser Seite steht, was welcher Stein verträgt – und was nicht.

Die eine Regel, die immer gilt

Wenn du dir nur eines merkst: Schmuck zuletzt anlegen und zuerst ablegen. Parfum, Creme, Haarspray und Sonnenmilch sind für Naturstein das größte Risiko im Alltag – größer als Wasser, größer als ein Stoß. Erst wenn alles eingezogen ist, kommt der Stein an die Haut.

Welcher Stein verträgt Wasser

Entscheidend sind Härte und Saugfähigkeit. Quarze sind hart und dicht, viele andere Minerale sind es nicht.

Kurz abspülen ist unproblematisch

Bergkristall, Amethyst, Rauchquarz, Rosenquarz, Citrin, Aventurin, Tigerauge, Rutilquarz, Achat, Karneol, Obsidian, Sodalith, Labradorit, Mondstein und Amazonit. Lauwarmes Wasser, kein Spülmittel, danach trocken tupfen.

Nur trocken abwischen

Türkis ist porös und nimmt Wasser, Öle und Cremes auf. Verfärbungen sind dauerhaft.
Magnesit saugt ähnlich stark und fleckt.
Calcit, auch Orangencalcit und blauer Calcit, ist weich und löst sich in Säure – kein Essigreiniger, keine Zitrone, kein längerer Wasserkontakt.
Lepidolith gehört mit einer Mohshärte von 2,5 bis 3 zu den weichsten Steinen überhaupt und zerkratzt schon an anderen Steinen.
Bernstein ist kein Stein, sondern fossiles Harz und reagiert empfindlich auf Alkohol und Lösungsmittel.

Und einer, der gar kein Wasser mag

Pyrit reagiert mit Feuchtigkeit. Bei dauerhaft feuchter Lagerung kann er über Jahre zerfallen – Fachleute nennen das Pyritzerfall. Trocken abstauben, trocken lagern, nicht ins Bad stellen.

Welcher Stein verträgt Licht

Manche Farben sind lichtempfindlich. Das ist keine Frage der Qualität, sondern der Farbursache: Wo die Farbe auf einem Farbzentrum im Kristallgitter beruht, kann starkes Licht sie über Jahre abbauen.

Betroffen sind vor allem Amethyst, Rauchquarz, Rosenquarz und Citrin. Sie gehören nicht dauerhaft aufs sonnige Fensterbrett. Ein heller Raum ist kein Problem – direkte Mittagssonne über Monate schon.

Schmuck

Unsere Armbänder sitzen auf einem elastischen Band. Das hält lange, wenn man es richtig behandelt:

  • Über die Hand rollen, nicht ziehen. Wer das Band beim Anziehen dehnt, verkürzt seine Lebensdauer deutlich.
  • Vor dem Duschen, Schwimmen und Sport ablegen. Chlor- und Salzwasser greifen sowohl das Band als auch weiche Steine an.
  • Nicht mit anderen Armbändern in eine Schale werfen. Härtere Steine zerkratzen weichere.
  • Mit einem weichen, trockenen Tuch abreiben. Das reicht in fast allen Fällen.

Trommelsteine und Rohsteine

Staub lässt sich mit einem trockenen Pinsel oder Tuch entfernen. Bei Rohsteinen mit tiefen Klüften kommt man mit einem weichen Zahnbürstchen weiter – aber nur bei den Sorten, die Wasser vertragen.

Stehende Spitzen und größere Stücke gehen leichter kaputt, als man denkt: Bergkristall ist hart, aber spröde. Die Spitze bricht beim Anstoßen, nicht beim Zerkratzen.

Pendel

Der Stein wie oben, die Kette trocken halten. Metall und Feuchtigkeit vertragen sich auf Dauer nicht, und eine angelaufene Kette bekommt man am Stein schlecht wieder sauber.

Räucherwerk aufbewahren

Dunkel, trocken und verschlossen. Harze und getrocknete Kräuter verlieren ihren Duft, wenn sie offen liegen – nicht weil sie schlecht werden, sondern weil die ätherischen Öle sich verflüchtigen. Ein Glas mit Deckel im Schrank ist besser als eine Schale auf der Fensterbank.

Zum Reinigen und Aufladen

Rund um Steine gibt es verbreitete Praktiken – unter fließendem Wasser abspülen, in Salz legen, ins Mondlicht stellen. Diese Bräuche gehören zur Überlieferung, und wir erzählen gern, woher sie kommen. Was wir nicht tun: behaupten, dass dabei etwas mit dem Stein geschieht.

Praktisch relevant ist allerdings ein Punkt: Salz ist für viele Steine schädlich. Es ist abrasiv, zieht Feuchtigkeit und greift weiche, poröse Minerale an. Türkis, Magnesit, Calcit, Lepidolith und Bernstein gehören nie in Salz. Wenn du diesen Brauch pflegst, dann bitte nur mit Quarzen – und auch dort nicht über Nacht.

Wenn doch etwas passiert

Ein Kratzer, eine abgebrochene Spitze, ein gerissenes Band – schreib uns einfach. Ein gerissenes Armband lässt sich in den meisten Fällen neu aufziehen, und das ist deutlich sinnvoller, als es wegzuwerfen. Über die Kontaktseite erreichst du uns direkt.

Woher unsere Steine stammen und welche Behandlungen im Handel üblich sind, steht unter Herkunft & Beschaffung.