Herkunft & Beschaffung

Jede Pflanze und jeder Stein, den wir führen, muss zwei Fragen bestehen: Gibt es echtes, überliefertes Wissen dazu – und lässt sich die Herkunft nachvollziehen? Die zweite Frage ist die schwierigere, und sie ist der Grund, warum unser Sortiment kleiner ist, als es sein könnte.

Warum Herkunft bei Steinen ein Thema ist

Mineralien werden abgebaut, und Bergbau hat Folgen – für Landschaften und für die Menschen, die dort arbeiten. Ein großer Teil der Steine, die im Handel landen, stammt aus Kleinbergbau in Ländern mit schwacher Aufsicht. Zwischen dem Schurf und einem Laden in Deutschland liegen oft vier oder fünf Stationen, und mit jeder Station verliert sich ein Stück Information.

Das ist der ehrliche Ausgangspunkt: Wer im Steinhandel behauptet, jede Kette lückenlos zu kennen, hat entweder eine eigene Mine oder erzählt nicht die ganze Geschichte.

Wonach wir fragen

Bevor wir bei einem Lieferanten kaufen, stellen wir dieselben Fragen:

  • Aus welchem Land und wenn möglich aus welcher Region stammt das Material?
  • Ist der Stein behandelt – gebrannt, bestrahlt, gefärbt, stabilisiert?
  • Gibt es Nachweise oder Genehmigungen, wo das Ursprungsland sie verlangt?
  • Wie viele Zwischenhändler liegen dazwischen?

Wir lassen uns die Antworten schriftlich geben und entscheiden danach. Was wir nicht einordnen können, führen wir nicht.

Was wir nicht behaupten

Dass wir das überprüfen könnten. Wir waren nicht in den Minen, aus denen unsere Steine stammen, und wir stellen keine Zertifikate aus, die es nicht gibt. Was wir weitergeben, sind Zusicherungen unserer Lieferanten – nicht Nachweise, die wir selbst vor Ort geführt hätten. Diesen Unterschied zu benennen, gehört für uns dazu.

Behandlungen – und warum wir sie nennen

Im Steinhandel ist deutlich mehr behandelt, als die meisten annehmen. Nichts davon ist Betrug, solange es gesagt wird. Deshalb sagen wir es bei jedem Stein, bei dem es zutrifft.

Gebrannt. Erhitzen verändert Farben dauerhaft. Ein Teil des Citrins am Markt entsteht durch Erhitzen von Amethyst; rötliches Tigerauge ist häufig gebrannt. Das Verfahren ist seit dem 18. Jahrhundert üblich.

Bestrahlt. Bei Rauchquarz wird die natürliche Strahlung, die im Gestein über geologische Zeiträume wirkt, technisch nachgeahmt, um die Farbe zu vertiefen.

Stabilisiert. Türkis ist weich und porös. Der überwiegende Teil des Handelsmaterials wird mit farblosem Kunstharz verfestigt, damit er sich überhaupt schleifen und tragen lässt.

Gefärbt. Saugfähige Minerale wie Magnesit und Howlith nehmen Farbe bereitwillig an. Blau gefärbter Magnesit wird gern als Türkis verkauft, gefärbter Achat als etwas, das er nicht ist. Wir führen kein gefärbtes Material.

Begriffe, die wir vermeiden

„Heilstein“ verwenden wir nicht. In Deutschland dürfen Wirkungen auf Körper oder Psyche nicht beworben werden, wenn sie sich nicht belegen lassen – und bei Steinen lassen sie sich nicht belegen. Wir beschreiben, was Menschen über Jahrhunderte getan und geglaubt haben, und behaupten nichts darüber, was ein Stein bewirkt.

„Halbedelstein“ vermeiden wir ebenfalls. Der Begriff suggeriert eine Rangordnung, die es mineralogisch nicht gibt, und wird von der internationalen Schmuckorganisation CIBJO ausdrücklich abgelehnt. Ein Stein ist ein Stein.

Bei den Pflanzen

Dieselben Maßstäbe, andere Fragen. Bei Räucherpflanzen geht es um Wildsammlung, Bestandsdruck und darum, ob eine Pflanze für die Menschen vor Ort eine Bedeutung hat, die der Handel übergeht.

Wo wir eine Pflanze führen, zu der es Kritik gibt, schreiben wir die Kritik dazu – ausführlich am Beispiel von Palo Santo. Und wir arbeiten bevorzugt mit dem, was hier wächst: Wacholder, Fichtenharz, Beifuß, Alant, Königskerze. Diese Pflanzen haben eine ebenso dichte Überlieferung und stellen die Beschaffungsfrage gar nicht erst.

Was wir nicht führen

Material, dessen Herkunft niemand benennen kann. Gefärbte Steine, die als etwas anderes verkauft werden. Arten, die unter Artenschutz stehen. Und alles, wozu es keine belastbare Überlieferung gibt, sondern nur ein Versprechen.

Das klingt streng, und es ist es auch. Es ist der Grund, warum manches in unserem Sortiment fehlt, das anderswo selbstverständlich ist.

Verpackung

Wir verpacken in Papier und Karton, ohne Plastik, und verwenden Material, das sich wiederverwenden lässt, wo es geht. Jede Bestellung wird von Hand gepackt – mehr dazu unter Manufaktur.

Fragen?

Wenn du zu einem bestimmten Stein oder einer bestimmten Pflanze wissen willst, was wir über die Herkunft wissen: Schreib uns. Wir antworten mit dem, was wir tatsächlich wissen – auch dann, wenn die Antwort lautet, dass wir es nicht genau sagen können.