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    Räucherwerk


    Über Räucherwerk

    Pflanzen über Glut zu legen ist eine der ältesten kulturellen Handlungen überhaupt. Wacholder in den Alpen, Weihrauch am Mittelmeer, Beifuß in ganz Europa, Palo Santo in den Anden – überall dort, wo Menschen mit Pflanzen lebten, entstand ein eigenes Wissen darüber, welches Harz, welches Holz, welches Kraut zu welchem Anlass verräuchert wurde. Der Weihrauchhandel war über Jahrhunderte einer der wichtigsten Handelswege der Alten Welt, und die Kräuterweihe am 15. August hat sich als Brauch bis heute gehalten.

    Harz, Holz oder Kraut

    Die drei Materialgruppen verhalten sich unterschiedlich. Harze wie Weihrauch und Myrrhe schmelzen auf der Glut, brennen lange und duften am intensivsten – sie brauchen eine Räucherkohle oder ein Sieb über einer Wärmequelle. Hölzer glimmen langsam und geben einen ruhigen, gleichmäßigen Rauch ab. Kräuter und Bündel brennen am schnellsten ab und duften am kürzesten, dafür genügt ihnen oft eine Flamme, die man wieder auspustet.

    Wie man anfängt

    Weniger ist mehr: Eine erbsengroße Menge Harz reicht für einen Raum völlig aus. Feuerfeste Unterlage, Sand in der Schale, ein gekipptes Fenster – und Haustiere gehören nicht in den Raum, ihre Atemwege reagieren empfindlicher als unsere. Eine ausführliche Anleitung findest du im Beitrag Richtig räuchern.

    Was wir führen und was nicht

    Jede Pflanze muss bei uns zwei Fragen bestehen: Gibt es echtes, überliefertes Wissen zu ihr – und lässt sie sich verantwortlich beschaffen? Die zweite Frage ist die schwierigere. Bei einigen bekannten Räucherpflanzen ist die Beschaffungslage problematisch, weil wild gesammelt wird, weil Bestände unter Druck stehen oder weil die Pflanze für die Menschen vor Ort eine Bedeutung hat, die der Handel übergeht. Wo wir eine Pflanze führen, zu der es Kritik gibt, schreiben wir die Kritik dazu – ausführlich am Beispiel von Palo Santo. Unsere Maßstäbe stehen unter Herkunft & Beschaffung.

    Aufbewahren

    Dunkel, trocken und verschlossen. Harze und getrocknete Kräuter verlieren ihren Duft, wenn sie offen liegen – nicht weil sie schlecht werden, sondern weil die ätherischen Öle sich verflüchtigen. Mehr dazu unter Pflege & Reinigung.

    Zum Jahreslauf

    Viele Räucherbräuche hängen an festen Punkten im Jahr – an den Sonnenwenden, an den Tagundnachtgleichen und an den Tagen dazwischen. Eine Übersicht gibt es unter Acht Wendepunkte im Jahr, und zu den zwölf Nächten zwischen den Jahren gibt es einen eigenen Beitrag über die Raunächte.

    Passende Steine findest du unter Kristalle, mehr über die Herstellung unter Manufaktur.